top of page

Der Aufbruch in unsere Radweltreise

  • Johanna
  • 16. Apr. 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Ostermontag, 9 Uhr: Nach und nach fanden sich Familie und Freunde bei uns im Hof ein, um sich bei einer Tasse Kaffee, Kuchen und Ostereier von uns zu verabschieden. Aufgeregt zeigten wir unsere vollbepackten Räder, die für die nächsten 18 Monate unser neues Zuhause sein werden. Kaum vorstellbar, dass in die paar Radtaschen alles zum Radreisen, Kochen und Schlafen reinpasst. Natürlich musste das Rad mit allem drum und dran noch auf die Waage: Stefans hatte ganze 60kg und Johannas 55kg inkl. Rad, Wasser sowie Poweriegel Vorrat, der für ein Vierteljahr ausreicht. Hm, haben wir vielleicht doch etwas zu viel eingepackt?


Nach großer Umarmungsrunde und mit Tränen vom Abschiedsschmerz in den Augen schwangen wir uns auf unsere Trekkingbikes und fuhren aus dem Hof hinaus. Ganz schön wackelig mit den vollgepackten Rädern.


Wir freuten uns riesig, dass uns ein paar Freunde auf den ersten Kilometern an dem herrlich sonnigen Feiertag begleiteten. So fühlte es sich an wie ein Sonntagsradausflug durch das beheimatete Aurachtal. Doch so nach und nach mussten wir uns auch von unseren Begleitern verabschieden.


Bei Stefans Paten legten wir einen Stopp ein und erhielten zur Stärkung Schnittlauchbrote und selbstgebackenes Osterbrot und ein Spalter Freiheits-Radler. Als passionierte Radfahrer ließen sie es sich natürlich nicht nehmen auch einen Stück mit zu radeln. Auf der hügeligen Strecke beneideten wir sie direkt für ihr leichtes Gepäck. 😅 Nach einem energiereichen Müsliriegel unter einem Baum bei Laibstadt trennten sich unsere Wege und dann waren wir auf einmal ganz auf uns allein gestellt. Unsere Energie und auch das Tempo ließen langsam nach, doch noch vor Sonnenuntergang erreichten wir unser allererstes Etappenziel: Eichstätt. Was vor allem für mich (Johanna) ein besonderes Ziel war. Drei Jahre durfte ich während meines Geographie Studiums in der kleinen Universitätsstadt im Altmühltal leben, wodurch viele Erinnerungen wieder geweckt wurden. Bevor wir unser Zelt aufschlugen, haben wir erstmal mit einem Bier auf unseren Start angestoßen und uns einen großen Topf Couscous gekocht. Danach fielen wir erschöpft auf unsere Matten.



Aller Anfang fällt schwer. Jedoch sollte man sich immer vor Augen führen, dass nach vielen letzten Malen - die letzte warme Dusche im eigenen Zuhause, die letzte Nacht im eigenen gemütlichen Bett, der vorerst letzte Kaffee mit Freunden - viele erste Male kommen - die ersten Kilometer, die erste Nacht im Zelt, das erste Mal mit dem Campingkocher am Morgen Tee kochen - denen man voller Neugier und Offenheit entgegen sehen kann.

 

Am nächsten Morgen konnten wir zwar im Trockenen frühstücken, jedoch erwischte uns direkt nach dem Start ein erster Regenguss. Also haben wir schnell die Regenhose und -jacke drüber geworfen und weiter gings. Die Route führte uns auf dem Radweg Via Raetica und somit auf alten Römerwegen bis nach Neuburg an der Donau.



Zum Glück ließ der Regen nach, so dass unsere Kleidung während der Fahrt wieder gut trockneten. Dafür durften wir auf der hügeligen Strecke gegen den Wind ankämpfen. Es ging vorbei an Spargelfelder, Hopfengärten und kleinen Ortschaften, die schon von weitem durch die spitzen Kirchtürme auffielen. Nach und nach ließen unsere Kräfte nach. Durch Energygels und Bananen versuchten wir diese wieder zurückzuholen. Denn wir wollten es unbedingt noch nach Freising schaffen. Johannas Bruder Andreas radelte uns entgegen und verband die Ankunft an seiner Wohnung noch mit einer kleinen Freising-Rundfahrt über die Isar, so dass wir unsere 100km Marke für diesen Tag knackten.


Anfängerfehler

Nach den ersten zwei Etappen mussten wir uns gewisse und eigentlich auch bekannte Anfängerfehler eingestehen: Wir haben uns für die ersten zwei Tage zu viel vorgenommen, sowohl zu viel Gewicht als auch zu viele Radkilometer auf einmal. Klar hat man zu Beginn viele Verbrauchsgegenstände und Vorräte mit dabei, doch haben wir uns wohl zu oft beim Packen gesagt, das Teil macht das Kraut auch nicht fett, also rein damit. Und dann hat man sich selbst den Druck gemacht, möglichst schnell aus Deutschland rauszukommen und Strecke zu machen. Jedoch zeigt einem der für solche Radtouren untrainierte Körper direkt die eigenen Grenzen auf. Also nutzen wir die Gelegenheit, bei Johannas Bruder noch ein paar Dinge auszusortieren und zurückzulassen und zu regenerieren.



Comments


bottom of page